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10. April 2026

Der Damm bricht: Niederlande lässt FSD (Supervised) zu!

Ein historischer Sieg für Tesla in Europa. Die RDW hat FSD (Supervised) offiziell zugelassen – was das für Deutschland und die gesamte EU bedeutet.

Der Damm bricht: Niederlande lässt FSD (Supervised) zu!

Es ist offiziell: Was viele für unmöglich hielten, ist heute Realität geworden. Die niederländische RDW (Rijksdienst voor het Wegverkeer) hat die Nutzung von Teslas Full Self-Driving (Supervised) für das gesamte Staatsgebiet der Niederlande genehmigt – als erstes EU-Land überhaupt.

Ich sage es klar: Das ist ein historischer Moment für jeden Tesla-Fahrer in Europa. Und für uns hier in Deutschland beginnt heute das Warten auf das Unvermeidliche.

Was die RDW genau genehmigt hat

Genehmigt wurde Version 2026.3.6 von FSD (Supervised) – und zwar unter UN-Regulierung R-171, dem EU-Standard für sogenannte Driver Control Assistance Systems (Fahrergesteuerte Assistenzsysteme). Das entspricht einem Fahrassistenzsystem der Stufe 2, bei dem der Fahrer stets aufmerksam bleiben muss.

Die RDW stellt dabei unmissverständlich klar: FSD Supervised ist kein selbstfahrendes Auto. Der Fahrer muss jederzeit in der Lage sein, sofort zu übernehmen. Die Hände müssen nicht am Lenkrad liegen – aber sie müssen griffbereit sein. Ein aufmerksames Kamerasystem überwacht permanent, ob der Fahrer die Augen auf der Straße hat.

Was mich beeindruckt: Die RDW hat dieses System über anderthalb Jahre auf Testgeländen und öffentlichen Straßen geprüft, bevor sie diese Entscheidung getroffen hat. Das ist kein überstürzter Schritt – das ist gründliche europäische Regulierungsarbeit.

Warum ausgerechnet die Niederlande?

Die RDW gilt als die fortschrittlichste und agilste Zulassungsbehörde Europas. Kein Zufall: Fast alle europäischen Typgenehmigungen für Tesla-Fahrzeuge laufen traditionell über die Niederlande. Tesla hat diese Beziehung bewusst genutzt und die RDW als erste Anlaufstelle für den EU-Rollout gewählt.

Dazu kommt: Tesla hat den Behörden nahezu aller EU-Staaten vorab Demo-Fahrten angeboten und über 13.000 Mitfahrten mit Regulatoren durchgeführt sowie mehr als 4.500 Testszenarien auf europäischen Straßen absolviert. Das war jahrelange Lobbyarbeit im besten Sinne.

Zwei Wege nach ganz Europa – und welcher schneller ist

Jetzt wird es spannend. Denn die RDW-Zulassung ist zunächst nur in den Niederlanden gültig. Der Weg in den Rest der EU ist jedoch klar definiert – und es gibt tatsächlich zwei Möglichkeiten:

Weg 1: Gegenseitige Anerkennung (bilateral, Land für Land)

Jedes einzelne EU-Mitgliedsland kann die niederländische Typgenehmigung eigenständig und national anerkennen – ohne dass dafür ein neues vollständiges Testverfahren nötig ist. Das nennt sich Mutual Recognition. Belgien gilt bereits als starker Kandidat für eine schnelle Anerkennung. Für Deutschland gilt: Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) müsste hier aktiv werden – und bisher hat Berlin noch keine öffentliche Position bezogen.

Dieser Weg ist schnell möglich, aber fragmentiert: Er würde zu einer Flickenkarte führen, in der FSD in manchen EU-Ländern erlaubt ist und in anderen nicht.

Weg 2: EU-weite Abstimmung über die Kommission (der große Wurf)

Die RDW hat bereits die Europäische Kommission über die Zulassung informiert. Damit ist offiziell das Verfahren angestoßen, das zu einer EU-weiten Genehmigung führen kann. Der Ablauf, wie ihn die RDW selbst beschreibt:

  1. Die RDW reicht den Antrag bei der Europäischen Kommission ein
  2. Alle Mitgliedsstaaten stimmen im zuständigen Ausschuss – dem Technical Committee on Motor Vehicles (TCMV) – ab
  3. Bei einer Mehrheit der Stimmen gilt FSD (Supervised) automatisch in der gesamten Europäischen Union

Eine Abstimmung könnte bereits im Mai oder Juni 2026 stattfinden. Wenn sie positiv ausgeht, wäre FSD mit einem Schlag in allen 27 EU-Ländern legal – inklusive Deutschland, Österreich und der Schweiz (EU-Regulierung).

Das wäre der echte Gamechanger.

Was bedeutet das für uns im Erzgebirge?

Noch gilt die Zulassung nur für niederländische Kennzeichen auf niederländischem Boden. Aber die Signalwirkung ist gewaltig. Tesla hat bereits begonnen, in den Niederlanden FSD-Demo-Fahrten anzubieten, und ein monatliches Abo für 99 Euro oder ein Einmalkauf für 7.500 Euro ist auf der niederländischen Tesla-Website gelistet.

Die Preisstruktur zeigt: Tesla bereitet sich auf eine breite Markteinführung vor, nicht auf einen Nischentest.

Für uns heißt das konkret:

  1. Datenbasis wächst: Jetzt sammelt Tesla legale FSD-Fahrdaten unter europäischen Bedingungen – europäische Verkehrsschilder, Kreisverkehre, Landstraßen. Das macht das System für uns besser.
  2. KBA steht unter Druck: Deutschland kann sich einer EU-weiten Mehrheitsentscheidung nicht entziehen. Der politische Druck, schnell zu handeln, wächst.
  3. Software-Updates kommen: Elon Musk hat bestätigt, dass Software-Updates bereits jetzt an Fahrzeuge in den Niederlanden ausgerollt werden. Europäische Verkehrsszenarien werden damit erstmals in großem Maßstab trainiert.

Wie geht es weiter?

Ich werde die Entwicklungen hier auf TeslahERZ täglich verfolgen. Sobald Neuigkeiten zum KBA, zur EU-Abstimmung oder zu weiteren Ländern bekannt werden, erfahrt ihr es zuerst hier.

Was denkt ihr? Wird Deutschland den bilateralen Weg gehen und eigenständig anerkennen – oder warten wir auf die EU-weite Abstimmung? Schreibt es mir in die Kommentare oder auf X unter @TeslahERZ!